Page 128 - Berufsbekleidung
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ZERTIFIZIERTER SCHUTZ
NORMENKOMPETENZ
EN ISO 11612 > Kleidung zum Schutz gegen Hitze und Flammen
Diese Norm legt Mindestanforderungen an die Eigen- schaften von Kleidung zum Schutz gegen Hitze und Flammen mit einem umfangreichen Einsatzbereich fest.
Die Bekleidung muss zum einen die Anforderun- gen an die begrenzte Flammausbreitung erfüllen (Code A). Diese Anforderungen entsprechen grund- sätzlich denjenigen der EN ISO 11611. Die angewand- ten Prüfverfahren sind anzugeben (A1 = Oberflächen- beflammung, A2 = Kantenbeflammung).
Zum anderen muss die Mindestleistungsanforde- rung von mindestens einer der folgenden Code- buchstaben für den Wärmedurchgang (Hitze- übertragung) erfüllt sein:
• Code B = Konvektive Wärme (Beflammung), Leistungsstufen B1-B3
• Code C = Strahlungswärme, C1-C4
• Code D = Flüssige Aluminiumspritzer, D1-D3 • Code E = Flüssige Eisenspritzer, E1-E3
• Code F = Kontaktwärme (Temperatur von
250°C), F1-F3
Bekleidung, die nach Code D oder E zertifiziert ist, muss zusätzliche Konstruktionsanforderun- gen erfüllen, u.a. Verarbeitung nach dem sog. Dachziegelprinzip.
EN ISO 11612:2015 hat EN ISO 11612:2008 ersetzt.
EN ISO 14116 > Kleidung zum Schutz bei begrenzter Flammausbreitung
Schutz gegen unbeabsichtigten und kurzen Kon- takt mit einer kleinen Flamme ohne wesentliche Gefährdung durch Hitze. Die Anforderungen sind wesentlich geringer als bei EN ISO 11612. Für diese Norm ist kein Piktogramm vorgesehen.
IEC 61482-Serie > Schutzkleidung gegen die thermischen Gefahren elektrischer Störlichtbogen
Diese Bekleidung schützt den Träger gegen die thermischen Auswirkungen eines elektrischen Störlichtbogens, insbesondere schwere Ver-
Schutzkleidung. Vollständiger Schutz nur bei Tragen eines kompletten Anzugs und weiterer PSA (Helm/Visier, Handschuhe).
Die IEC 61482-2 definiert die Anforderungen an Materialien sowie Konstruktion der Bekleidung und legt die beiden zulässigen Prüfverfahren fest: Arc-Rating-Test (ATPV) gem. IEC 61482-1-1 und Box-Test gem. IEC 61482-1-2.
Bei dem in Deutschland vorherrschenden Box- Test gem. gem. IEC 61482-1-2 wird die Schutz- wirkung von Materialien und Bekleidung gegen Verbrennungen 2. Grades mit einem gerichteten Lichtbogen geprüft. Dabei werden 2 Lichtbogen- schutzklassen unterschieden:
Klasse 1 (APC 1): Schutz bis 168 kJ Lichtbogen- energie, Prüfstrom 4 kA, Basisschutz
Klasse 2 (APC 2): Schutz bis 320 kJ Lichtbogen- energie, Prüfstrom 7 kA, erweiterter Schutz
Vor in Kraft treten der IEC 61482-2:2018 erfolg- te die Kennzeichnung der Bekleidung mit dem Piktogramm „Doppeldreieck“.
EN 1149 > Elektrostatisch ableitfähige Schutzkleidung (Antistatik)
Schutzkleidung zur Vermeidung zündfähiger Entladungen in explosionsgefährdeten Bereichen aus Luft-Gas-Gemischen (u.a. Raffinerien, Tank- lager, Mischanlagen) oder Luft-Staub-Gemischen (u.a. Mühlen, Misch- und Förderanlagen, Silos).
Die Norm besteht aus mehreren Teilen.
In EN 1149-5 werden die Leistungsanforderungen an die Materialien und die Konstruktionsanforde- rungen für elektrostatisch ableitfähige Schutz- kleidung definiert. Dabei ist die Bekleidung Bestandteil eines vollständig geerdeten Systems (u.a. in Kombination mit leitfähigem Schuhwerk).
In EN 1149-1 und EN 1149-3 sind die alternativen Prüfverfahren für die Materialanforderungen definiert: > EN 1149-1: Messung des Oberflächenwider-
standes
> EN 1149-3: Messung des Ladungsabbaus von
      128 brennungen. Sie ist keine elektrisch isolierende
der Oberfläche des Materials



































































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